Aeroacoustics
Aeroakustik und Lärmminderung durch den Einsatz poröser Materialien
Die Reduzierung von Fluglärm ist zu einem zunehmend wichtigen Ziel bei der Entwicklung künftiger Verkehrsflugzeuge geworden. Strengere Lärmschutzvorschriften an Flughäfen erfordern neue Technologien, die in der Lage sind, die während des Flugbetriebs entstehenden Schallemissionen zu senken. Dies ist insbesondere während des Anflugs und der Landung von Bedeutung, wenn die Flugzeugtriebwerke im Teillastbereich arbeiten und der relative Anteil des Flugwerklärms signifikant ansteigt. Eine wesentliche Quelle dieses Lärms ist das Fahrwerk, das aus zahlreichen Strukturkomponenten besteht, welche der umströmenden Luft ausgesetzt sind.
Wenn Luft das Fahrwerk umströmt, trifft sie auf diverse stumpfe Bauteile wie Streben, Räder und Verbindungselemente. Diese Strukturen führen dazu, dass sich die Strömung ablöst, wodurch sich hinter ihnen turbulente Nachlaufgebiete bilden. Wenn diese turbulenten Nachläufe mit nachgelagerten Komponenten des Fahrwerks interagieren, erzeugen sie komplexe Druckschwankungen, die als breitbandiger Lärm abgestrahlt werden. Da das Fahrwerk exponiert und geometrisch komplex aufgebaut ist, stellt es ein anspruchsvolles, aber wichtiges Ziel für Lärmminderungsstrategien dar.
Um diese Mechanismen der Lärmentstehung besser zu verstehen, greifen Forscher häufig auf fortschrittliche numerische Simulationen in Kombination mit experimentellen Untersuchungen zurück. Häufig werden wohldefinierte Benchmark-Konfigurationen – wie etwa vereinfachte Fahrwerksmodelle – verwendet, um Simulationsmethoden zu validieren und das aerodynamische sowie akustische Verhalten dieser Systeme zu untersuchen. Studien haben beispielsweise gezeigt, dass das Hinzufügen bestimmter Strukturkomponenten zu einer Fahrwerkskonfiguration die Gesamtschallpegel aufgrund zusätzlicher Nachlaufinteraktionen signifikant erhöhen kann.
Ein vielversprechender Ansatz zur Reduzierung des Flugwerklärms ist der Einsatz poröser oder perforierter Materialien. Werden poröse Strukturen stromaufwärts von lärmerzeugenden Komponenten platziert, können sie die turbulente Strömung modifizieren, bevor diese auf nachgelagerte Oberflächen trifft. Auf diese Weise lässt sich die Intensität der Nachlaufinteraktionen – die für die Schallentstehung verantwortlich sind – abschwächen. Experimentelle Studien haben gezeigt, dass poröse Gitter oder perforierte Verkleidungen zu messbaren Reduzierungen der Schallpegel im Fernfeld führen können.
Im Vergleich zu massiven Verkleidungen bieten poröse Strukturen zusätzliche Vorteile, wie etwa eine Gewichtsreduzierung und eine verbesserte Luftführung für Kühlsysteme – beispielsweise für Flugzeugbremsen. Die Wirksamkeit dieser Strukturen hängt jedoch maßgeblich von ihrer Porosität und ihrer inneren Struktur ab. Einige Studien haben ergeben, dass eine Erhöhung der Porosität den lärmmindernden Effekt unter Umständen verringern kann; dies deutet darauf hin, dass das Design solcher Materialien sorgfältig optimiert werden muss.
Die aktuelle Forschung konzentriert sich daher darauf, ein tieferes Verständnis dafür zu gewinnen, wie poröse Materialien mit turbulenten Strömungen und akustischen Feldern interagieren. Durch die Kombination detaillierter Simulationen mit experimentellen Untersuchungen streben Forscher die Entwicklung von Auslegungsrichtlinien für poröse Lärmminderungskonzepte an, die auf realistische Fahrwerkskonfigurationen sowie auf weitere Flugwerkkomponenten übertragen werden können.
und einer radbasierten Reynolds-Zahl von ReD ≈ 350.000. Momentanes Geschwindigkeitsbetragsfeld auf Isovolumina des Q-Kriteriums für
die Konfigurationen „Baseline“ (links) und „Baseline mit massiver Verkleidung“ (rechts).